Wo ist das Problem?

"Um Probleme wahrzunehmen, musst du problemsichtig sein. Du musst bereit sein, das, was du siehst, hörst, spürst, riechst und schmeckst so zu interpretieren, dass es dich belastet. Jedes Problem braucht dich, um existieren zu können. Von alleine geschieht nichts. Du musst etwas tun und du musst dranbleiben, damit es nicht wieder verschwindet. Du musst dich zum Beispiel erinnern, du musst bewerten, vergleichen, festhalten, dich beschweren und vieles mehr. In jedem Fall musst du aber denken, denken, denken. Willst du deine Problemsichtigkeit heilen, solltest du zuallererst annehmen, dass sie heilbar ist und dass du das bestimmst. Nur du. Am schnellsten bestätigt...
„Um Probleme wahrzunehmen, musst du problemsichtig sein. Du musst bereit sein, das, was du siehst, hörst, spürst, riechst und schmeckst so zu interpretieren, dass es dich belastet. Jedes Problem braucht dich, um existieren zu können. Von alleine geschieht nichts. Du musst etwas tun und du musst dranbleiben, damit es nicht wieder verschwindet. Du musst dich zum Beispiel erinnern, du musst bewerten, vergleichen, festhalten, dich beschweren und vieles mehr. In jedem Fall musst du aber denken, denken, denken.

Willst du deine Problemsichtigkeit heilen, solltest du zuallererst annehmen, dass sie heilbar ist und dass du das bestimmst. Nur du. Am schnellsten bestätigt sich diese Annahme, wenn du dich selbst dabei beobachtest, wie du ein Ereignis zu einem Problem werden lässt. Was genau machst du? Was denkst du? Welche Rolle spielen deine Emotionen dabei?

Hast du ein sogenanntes „Problem“ entdeckt, dann kannst du es schnell „entschärfen“, indem du es umformulierst und das Beobachtete zum Beispiel „Herausforderung“ nennst. Eine Herausforderung fordert dich heraus, etwas zu wandeln. Alte Gedanken, Vorstellungen und sogenannte „Problemlösungen“ werden mit einer Entscheidung gelöscht. Du nimmst eine Herausforderung an, indem du die Verantwortung für das Ereignis übernimmst, dir bewusst machst, was du wirklich willst, und entsprechende Schritte setzt.

Während meines Studiums fuhr ich oft an den Wochenenden mit meinem 2CV von Wien nach Klagenfurt und wieder zurück. Wie und wann ich mein Ziel erreichte, hing davon ab, wie die 27 PS meines Autos mit dem Verkehr auf der Bundesstraße und mit mir selbst zurechtkamen. Während der 2CV sein Bestes gab, begleitete mich immer wieder ein Spruch, der schon zu Beginn dieser Fahrten in mir aufgetaucht war: „Im Leben ist es wie auf der Bundesstraße 17 – kaum hast du einen Lastkraftwagen überholt, steht schon wieder der nächste vor dir.“  Mittlerweile verbindet eine Autobahn die beiden Städte und die PS-Anzahl meines derzeitigen Autos ist um einiges höher als damals. Dass ich jetzt diese Strecke schneller fahren kann, hat zwar mein „LKW-Problem“ gelöst, bedeutet aber noch lange nicht, dass ich damit auch automatisch von meiner Problemsichtigkeit geheilt bin, zumal ich mit mehr PS auf einer breiten Straße durchaus in der Lage bin, einige neue „Probleme“ zu erzeugen.

Ob du also ein Ereignis als „Problem“ oder als „Erfahrung“ wahrnimmst, hängt von deiner grundlegenden Entscheidung ab, dein Leben als problemanfälliges Schauspiel zu sehen oder als deine kreative Schöpfung anzunehmen. Willst du dein Leben zur problemfreien Zone erklären, solltest du Frieden mit dir schließen und alles in dir auf die Freude ausrichten. So verwandelst du scheinbar große Felsen in feinen Sand, auf dem du dann mit deinen nackten Füßen gehen, springen, tanzen kannst. Auf deine Art, in deinem Tempo, Schritt für Schritt. Ganz DU. Ganz frei.“ (Ich bin ich – Wer sonst!, Seite 52 f.)

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