sommerliche Ahas

In den letzten Wochen habe ich „Steve Jobs“ von Walter Isaacson und „André Heller. Feuerkopf“ von Christian Seiler gelesen. Beeindruckend, was sich – seit ich auf dieser Erde weile – getan hat.  Beeindruckend, wie viel ein Mensch in der Lage ist, zu bewegen. Die Frage, die mich beim Lesen begleitet hat, war: „Ist es möglich und wenn – wie? – dass wir aus vollen Zügen unser kreatives Potential leben UND glücklich, im Frieden mit uns selbst sind? Also nicht uns selbst und anderen mit (selbst)schädigenden Gedanken und entsprechenden Emotionen im Wege stehen?“ Steve Jobs hat es offensichtlich nicht geschafft, auch wenn er vieles dafür getan hat. André Heller hingegen erlebte laut Biografie zur Jahrtausendwende einige Jahre der „Verstörung“, die ihn sehr veränderten und sein Verhalten „zurückgenommener, reflektierter, liebevoller“ (S. 353) werden ließ.

Als Antwort auf meine Frage ergibt sich für mich daher ein klares „Ja!“ Ja, es ist möglich und ja, es ist eine Herausforderung. Dass es so ist, ist mir vor einigen Monaten bei einem Interview mit Andy Holzer auf Ö1, das ich leider im Netz nicht mehr finden kann, auf eine sehr erheiternde und berührende Art wieder einmal bewusst geworden. Es beantwortet für mich u.a. die Fragen: Woran erkenne ich, dass ich mit mir selbst und meinem Potential im Einklang bin, dass ich mir nicht selbst im Wege stehe? Was unterstützt mich dabei? Andy Holzer, der „Blind Climber“, hält u.a. Vorträge mit dem Titel „Den Sehenden die Augen öffnen“. Das folgende Kurzvideo, das ich auf Youtube gefunden habe, gibt aus meiner Sicht einen guten Einblick in seine Welt:


Blicke ich mit diesen Fragen auf mein Leben zurück, wird mir einiges bewusst. Jahrzehnte voll von Geschichten, bunte Zeitspannen voll von spezifischen Aufgaben und Zielen. Viele war ich schon und doch immer nur Eine. Eine, die dranblieb an dem tiefen Wunsch nach Freiheit, Freude, Leichtigkeit. Auch die Frage, was mir das Dranbleiben ermöglicht hat, finde ich sehr spannend. Meine Neugierde? Mein Interesse? Der starke Wunsch nach einer Art „Heimat“, wie es A. Heller bezeichnet? Was auch immer. Auf jeden Fall gab es für mich immer so etwas wie Hinweise in Form von kreativen Wegweisern, Hilfen auf unterschiedlichsten Ebenen. Diese zu sehen, hören, riechen, fühlen, schmecken und mit mir in Verbindung zu bringen war wohl der Schlüssel für das Dranbleiben.

Ein Satz in „Andre Heller. Feuerkopf“ hat mich gerade an einen dieser wichtigen Wegweiser erinnert und mich motiviert, diesen Artikel zu schreiben. Ch. Seiler schreibt: „Heller erzählt immer wieder von seiner Traumvorstellung, dass er in einem Gebäude, in dem er lebt, eines Tages eine Tür findet, die in ein Zimmer führt, das er noch nicht kennt.“ (S. 408) Mein Traum! Viele Nächte habe ich ihn geträumt. Jahrzehnte hat er mich begleitet und mich ermutigt, darüber hinaus zu gehen, immer wieder selbstgesteckte Grenzen aufzulösen. Das Kraftvolle und Überzeugende daran waren die Vorboten von Wohlgefühlen, die in der Lage waren, uralte Ketten zu sprengen. Einfach so, ohne Anstrengung. Ein unglaublich schönes Gefühl gepaart mit großem Herzklopfen! Da wollte ich hin und nichts und niemand konnte mich davon abhalten. Heute weiß ich, dass ich so an einer Reise zu MIR drangeblieben bin und dass ein glückliches Leben wie von alleine entsteht, wenn die Zutaten dazu aus mir selbst kommen.

Zurück zum Sommer. Großen Spaß hat mir das Lesen des Romans von Jonas Jonasson „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ gemacht. Interessanterweise auch eine Art „Biografie“, die einen fantasie- und humorvollen Schnelldurchlauf der letzten hundert Jahre ermöglicht. Na, da habe ich wieder einmal ordentlich Rückschau gehalten. Mein Bedarf ist bis auf weiteres gedeckt. Jetzt freue mich über das Jetzt, das Jetzt, das Jetzt.

Verwandte Beiträge

Antworten

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.