Mir ist so fad

Vor einigen Tagen hat mir mein Sohn empfohlen, Interviews mit mir selbst zu führen, um aus dem gewohnten Fahrwasser aussteigen zu können. Ich hätte nie gedacht, wie wirksam das sein kann.

Mir ist so fad

Vor einigen Tagen hat mir mein Sohn empfohlen, Interviews mit mir selbst zu führen, um aus dem gewohnten Fahrwasser aussteigen zu können. Ich hätte nie gedacht, wie wirksam das sein kann. Auf vielen Ebenen. So kann ich gezielt die Momente nutzen, in denen ich mich selbst blockiere und davon abhalte, was ich wirklich will. Dies erscheint mir der beste Ausgangspunkt für eine Veränderung. Indem ich genau hinschaue zu der Verwirrung und der Irritation, sehe ich, was ich mache, was zu dem führt, was sich stumpf und schwerfällig anfühlt, und wie ich – mit dem höchsten Gewinn – wieder herauskomme.

Dies ist mein zweites Interview. Viel Freude damit!

Probier es doch auch einmal aus. Und wenn du willst, schreib mir, wie es dir damit ergangen ist.

ICH: Maria, Du sagst ja immer, dass es auf das Hier und Jetzt ankommt. Also, was ist hier und jetzt gerade bei dir?

Maria: Hier ist die Stojanstraße 24 und jetzt ist gar nichts. Irgendwie macht mich das nervös, wenn nichts los ist. Ich denke, ich sollte etwas Gescheites tun und es kommt nichts und kommt nichts.

ICH: Wenn du mit den Leuten über das Hier und Jetzt sprichst, dann geht es darum, dass jeder Moment genossen werden kann. Man ist wach, man weiß, was man tut, oder es passiert halt einfach und es macht Spaß.  

Maria: Sage ich das? Also, mir macht es gerade keinen Spaß und ich wundere mich jetzt selbst, worüber ich da immer rede. Eigentlich sollte ja jetzt Jetzt sein, aber es ist nicht Jetzt, es ist ganz etwas anderes. Da ist eine Fadheit, ein Gefühl, ich sollte etwas tun.

ICH: Das klingt doch wie ein Gedanke, wie ein Programm und du würdest an der Stelle sicher sagen: Ausatmen! Entspanne dich! Hör auf, zu denken!

Maria: Ach Gott, das ist wieder so gescheit! Ich will mich aber gar nicht entspannen. Wenn ich mich jetzt entspanne, passiert noch weniger. Das ist die falsche Richtung. Ich sollte etwas tun, und zwar das Richtige. Die beste Version von mir will ich verkörpern! Wo ist sie? Sie ist nicht da. Die Version, in der ich gerade stecke, ist eine unruhige, Zeit verplempernde Version. Und ich kann mich jetzt auch nicht entspannen, das wäre noch mehr Zeit verplempern.

ICH: Also, wenn ich dich in der Beratung hätte, täte ich mir schwer. Weil einerseits weißt du alles und andererseits kannst du nichts. Du wüsstest, wie es geht – zumindest dann, wenn es um jemand anderen geht – und wenn es darauf ankommt, kannst du es nicht. An dieser Stelle würdest du jemand anderem wohl raten, dass er hinschauen muss zu den Hindernissen, welches Belief ihn gerade behindert.

Maria: Wahhhh, geh! Jetzt soll ich auch noch nach einem Belief suchen! Wie wenn das nicht schon anstrengend genug wäre, dass mir nichts einfällt! Jetzt soll ich auch noch über ein Belief nachdenken! Und überhaupt gehen mir diese Wörter schon so auf die Nerven! Belief, Glaubenssatz, wahhhh…. Das kann doch nicht sein, dass, wenn mir fad ist, das einfach nur Scheiße ist. Das kann nicht sein! Jetzt habe ich überhaupt den Faden verloren vor lauter Rederei! Frag mich irgendwas Gescheites! Hilf mir! mehr


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