Wirklichkeit gestalten

„Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Tag für Tag gehen uns etwa 60.000 bis 70.000 Gedanken durch den Kopf, von denen 90 Prozent genau die gleichen Gedanken sind wie bereits am Tag zuvor. Wir stehen auf derselben Seite des Bettes auf, erledigen die gleichen alltäglichen Verrichtungen im Badezimmer,…

Wirklichkeit gestalten

Maria Färber-Singer_Bausteine mit Text-Wirklichkeit

 

In seinem neuesten Buch „Du bist das Placebo“ beschreibt Joe Dispenza ausführlich, wie uns das gelingt. Mit Hilfe von Gedanken. Aus dem, was und wie wir denken oder gedacht haben (auch der Körper hat ein Gedächtnis, in dem unsere Erfahrungen gespeichert sind!), entsteht, was wir „Wirklichkeit“ nennen. Der folgende Ausschnitt gibt sehr gut wieder, wie wir – üblicherweise und meist unbewusst – denken, handeln, fühlen :

 

„Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Tag für Tag gehen uns etwa 60.000 bis 70.000 Gedanken durch den Kopf, von denen 90 Prozent genau die gleichen Gedanken sind wie bereits am Tag zuvor. Wir stehen auf derselben Seite des Bettes auf, erledigen die gleichen alltäglichen Verrichtungen im Badezimmer, kämmen uns die Haare so wie immer, essen Tag für Tag das gleiche Frühstück und sitzen dabei auf demselben Stuhl, mit der Tasse in derselben Hand, fahren auf derselben Strecke zur selben Arbeit und tun das, womit wir uns so gut auskennen, mit denselben Menschen (die dieselben emotionalen Knöpfe drücken) – und das jeden Tag. Dann hasten wir nach Hause, wo wir fix unsere E-Mails durchschauen, damit wir schnell zu Abend essen und eilig unsere Lieblingsshow im Fernsehen anschauen können. Dann putzen wir uns wie immer vor dem Zubettgehen die Zähne, um dann husch, husch, zur selben Zeit wie immer ins Bett zu gehen, nur um am nächsten Tag hurtig wieder aufzustehen und das Gleiche wieder zu tun.
Heißt das, wir leben den größten Teil unseres Lebens auf Autopilot? Genau das will ich damit sagen. Wir denken die gleichen Gedanken, und deshalb treffen wir dieselben Entscheidungen, die wiederum zu den immer gleichen Verhaltensweisen führen, was uns immer wieder die gleichen Erfahrungen beschert, die die gleichen Emotionen erzeugen. Und diese immer wieder gleichen Emotionen rufen die immer gleichen Gedanken hervor.“ (S.90f)

 

Und so weiter und so fort! Wollen wir wir selbst sein und frei gestalten, müssen wir wohl aus diesen selbstgesteckten und selbsterdachten Grenzen aussteigen. So „einfach“ ist das! Aus einem entspannten Zustand in einer sicheren Entfernung betrachtet. Stecken wir jedoch mitten drinnen, und haben uns Verstand und Körper fest im Griff, braucht es allerdings etwas mehr als nur das Wissen darüber, wie es geht. Entschiedenheit und Training unterstützen uns dabei, neue Gedanken zuzulassen, und sie versetzen uns in die Lage, unser Leben bewusst zu gestalten. So lange, bis das alte Programm den Körper verlassen hat und schöpferische, lebensfrohe Gedanken eingezogen sind.

 

Was können wir tun?
Jede Aktivität und jede Methode, die uns zur Ruhe kommen lässt und (Gedanken)Stille erzeugt, hilft uns dabei. Vorausgesetzt, wir wenden sie an ! Bewusst Neues machen – zum Beispiel bei der Wahl der Aufstehzeiten, der Zahnbürste, der Freizeitaktivitäten, beim Umgang mit ArbeitskollegInnen, dem Partner oder der Partnerin. Dabei kann eine Liste helfen, auf der festgehalten wird, was uns Freude macht und was wir uns gerne einmal getrauen würden. Bewusstes Atmen, bei dem die gesamte Aufmerksamkeit auf das Ein- und Ausatmen konzentriert ist, ist eine schnelle Hilfe, aus einer ungewollten Situation, aus ungewollten Gedanken auszusteigen. Beim Einatmen mit der Vorstellung „neu“ Luft/Licht in den Körper holen und mit der Vorstellung „loslassen“ alles ausatmen, was nicht mehr gebraucht wird. Ganz bewusst neue Gedanken denken. Immer wieder, immer wieder… Dranbleiben! Es lohnt sich.

 

Buchtipp

Dispenza, Joe, Du bist das Placebo, Bewusstsein wird Materie, KOHA Verlag, , Burgrain 2014

Färber-Singer, Maria, Ich bin ICH. Wer sonst! Sei du selbst und lebe glücklich, Verlag Via Nova, Petersberg 2012

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