Freude ist wirksam

Ein Dienstagnachmittag in der Kärntnerstraße. Es ist Jänner, Schneereste liegen herum und die Straße wirkt trotz der vielen Geschäfte wie wenn sie ein Maler in eiskaltes Grau getaucht hätte. Ich habe es eilig und will mich gerade bei mir darüber beschweren, dass mich die Menschenmenge nicht schnell genug weiterschiebt, als ich sehe, was der Grund für das Stocken ist: Irgendwo hinter vielen Köpfen tut sich etwas Ungewöhnliches. Neugierig dränge ich mich nach vorne und mit einem Mal steht ein alter Mann vor mir, bunt gekleidet wie ein Paradiesvogel. Neben ihm auf der Straße steht ein CD-Player, aus dem orientalisch klingende...
Ein Dienstagnachmittag in der Kärntnerstraße. Es ist Jänner, Schneereste liegen herum und die Straße wirkt trotz der vielen Geschäfte wie wenn sie ein Maler in eiskaltes Grau getaucht hätte. Ich habe es eilig und will mich gerade bei mir darüber beschweren, dass mich die Menschenmenge nicht schnell genug weiterschiebt, als ich sehe, was der Grund für das Stocken ist: Irgendwo hinter vielen Köpfen tut sich etwas Ungewöhnliches. Neugierig dränge ich mich nach vorne und mit einem Mal steht ein alter Mann vor mir, bunt gekleidet wie ein Paradiesvogel. Neben ihm auf der Straße steht ein CD-Player, aus dem orientalisch klingende Musik tönt, nach der er sich bewegt. Alle schauen ihm gebannt dabei zu. Mittlerweile auch ich. Es macht Spaß und ich habe plötzlich Zeit.

Nach einigen Minuten beginnt mein Kopf zu arbeiten und er fragt mich: „Was macht der da eigentlich? Was soll das sein? Das sind ja einfach nur irgendwelche Bewegungen, sonst nichts!“ Und doch: Es hat etwas Faszinierendes und ich kann mich der Magie dieses „Nichts“ nicht entziehen. Es tut ganz einfach gut, ihm zuzuschauen.  Und plötzlich weiß ich, was mich und all die anderen so anzieht: Er hat Riesenspaß damit! Seine Augen leuchten vor Freude und er genießt die Aufmerksamkeit. Dankbar für das, was er ausstrahlt, werfe ich zwei Euro in seine Blechbüchse und gehe mit frohem Herzen und beschwingt weiter. Der Funke ist übergesprungen!

Wieder zu Hause angekommen, bemerke ich, dass mich dieses Erlebnis nicht loslässt. Ich frage meinen HerzVerstand, welche Botschaft dahinter steckt, und bekomme sie prompt geliefert:  „Es kommt nicht darauf an, was wir tun, sondern wie wir es tun!“ Danke, lieber HerzVerstand! 🙂

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