eine Kostprobe aus dem neuen Buch

Ich dachte, es sei an der Zeit, eine Kostprobe aus „Mein Weg zu mir selbst“ zu posten. „Aber was?“ fragte ich mich. „Wähl‘ eine Seite und nimm das, was auf der ersten Hälfte steht!“ sprach die Stimme aus dem Off. o.k. Seite 144 im derzeitigen Manuskript.

eine Kostprobe aus dem neuen Buch

Ich dachte, es sei an der Zeit, eine Kostprobe aus „Mein Weg zu mir selbst“ zu posten. „Aber was?“ fragte ich mich. „Wähl‘ eine Seite und nimm das, was auf der ersten Hälfte steht!“ sprach die Stimme aus dem Off. o.k. Seite 144 im derzeitigen Manuskript. Und hier ist sie. Es ist eine Geschichte über meinen Vater:

Mein Weg zu mir selbst

„Mein Vater ist an die Sechzig, als er eines Tages auffallend freundlich, nett und friedlich durch das Haus spaziert. Er lächelt den Angestellten und Gästen zu, fragt sie, wie es ihnen geht, wünscht ihnen einen schönen Tag. Meine Mutter und die Kellnerinnen sind irritiert, so haben sie ihn noch nie erlebt. Sie fragen sich, was wohl mit ihm los sei. Eine meint sogar: „Maria! Maria! Das ist ja unheimlich! Da ist es mir hundertmal lieber, wenn er schreit.“ Da sich alle einig sind, dass dieses freundliche Verhalten nicht normal sei, bitten sie einen Bekannten, ihn ins Krankenhaus zu bringen. Dort wird ein „Gehirnschlag“ diagnostiziert und er wird stationär aufgenommen.
Als ihn meine Schwester am nächsten Tag besucht, trifft sie dort auf zwei seiner Jagdfreunde. Seit vielen Jahren schon ist unser Vater leidenschaftlicher Jäger und Heger und bekleidet die Funktion des Obmannes im Verein. Peinlichst hat er darauf geachtet, dass seine Jagdkollegen in ihm einen guten Jäger und einen anerkennenswerten Kollegen sehen. Seinen Aufgaben als Obmann ist er mit ernster Miene und einer Verlässlichkeit nachgekommen, die er für andere Bereiche in seinem Leben so noch nie aufgebracht hat. Meine Schwester traut daher ihren Ohren nicht, als sie unseren Vater im Bett sitzen sieht und hört, wie er seinen beiden Jagdfreunden mit sichtlichem Vergnügen beichtet, welche Regeln er in seiner Funktion als Jäger überschritten hätte und welche Verbote ignoriert.
Nach dieser „Krankheit“ ist mein Vater wie neugeboren. Ich erlebe ihn zugänglicher, ehrlicher und präsenter. Einige Wochen vor seinem Tod werde ich mit ihm über dieses Ereignis sprechen und meinen, dass es eine gute Idee gewesen sei, sich mit Hilfe eines Gehirnschlages ein neues Leben zu organisieren. Er wird lachen und meine Annahme bestätigen.“

3 KOMMENTARE

  1. Juli 02, 2014 17:23 Antworten

    Ich freue mich schon total auf das Buch!!! Wird wieder eine tolle Zeit, sich die von Dir in die Welt gebrachten Worte und Geschichten reinzuziehen!!! :-))
    Alles Liebe!
    Roman

    • Maria
      Juli 02, 2014 19:22 Antworten

      Ja. Genau! Mir geht’s beim Schreiben schon so! Echt spannend!

    • maria
      Juli 03, 2014 10:13 Antworten

      … und ich freue mich schon SEHR darauf, wenn meine Ahas und Ohos die LeserInnen ins Staunen versetzen und zum Lachen bringen. Bald schon!

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