Ach, könnt‘ ich doch nur aufhören!

„Wo bin ich da wieder gelandet? Wie komme ich nur da wieder heraus?“, fragt sich Andrea und kämpft mit der Hartnäckigkeit mühsamer Gedanken.

Ach, könnt‘ ich doch nur aufhören!

 

Liebe Maria!

 

wieder einmal meldet sich mein Ego zu Wort und findet, über ein Thema dieser Art müsste ich doch schon längst hinweg sein. Ja, eh!

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Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser!

Das lebe ich seit einiger Zeit zu fast 100 %. Erschöpfend, ermüdend! Jetzt bin ich auch noch krank geworden und die Grippe will partout nicht aufhören. Ausfall im Job, verzweifeltes Ringen um Erholung, ein Sohn, der partout etwas anderes will als ich, ein Geliebter, der sich wie verabredet „frei bewegt“ – vermutlich in einem anderen Frei als meinem.

 

Tief drin ist da ein fetter Schmerz (und Zorn) darüber, dass meine Sehnsucht nach kreativem, lebensdienlichem, wohlwollendem Miteinander so wenig erfüllt wird. Darüber, dass ich mir denke, es wird sich vielleicht nie mehr ausgehen, in diesem Leben meine Buntheit, meine guten Ideen, mein Potenzial in der Welt zu verteilen, meine Risikobereitschaft, meinen Mut, meine Wildheit zu erhöhen und so wirksam zu sein, dass ich es „messen“ kann. So sitze ich dann in meinem Elfenbeinturm, entwickle meine Urteile über Mensch und Welt und höre nicht mehr zu. Dieser Schmerz macht mich eng und zum Kontrollfreak. Meine Sehnsucht wird übergroß, der Turm immer höher. Ich höre auf, mich zu spüren und kontrolliere weiter und weiter un-fröhlich vor mich hin.

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Meine große Frage heute:

Wie geht „Aufhören“?

Herzgruß,

Andrea

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Liebe Andrea,

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wie geht „Aufhören“, fragst du. Indem du aufhörst! 🙂 Schlicht und „einfach“ aufhörst!

Aufhörst, nachzudenken, zu erklären, zu analysieren, zu interpretieren, zu beobachten, zu reagieren, im Selbstmitleid aufzugehen… Aufhörst damit, dich in dem wichtig zu nehmen, was sich schon lange nicht mehr gut anfühlt, aufhörst damit, dich immer noch „wichtig“ zu fühlen mit Aktivitäten, unter denen du leidest und die den Eindruck vermitteln, dass du aushältst, was niemand sonst aushält, dass du siehst, was niemand sonst sieht,….

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Das mag „hart“ und nach viel Arbeit klingen, ist es aber nicht, denn all die mühevollen Gedanken und Gefühle kommen aus einer Quelle: aus der Vorstellung, wer du glaubst, sein zu müssen. Es gibt eine einfache Lösung, sie ist radikal und hochwirksam: Hör auf damit, deine Aufmerksamkeit auf deinen Kopf (und somit auf das Denken, das dich vor sich hertreibt) zu geben. Rutsch ins Herzfeld und bleib‘ mit deiner Aufmerksamkeit dort, was immer auch geschieht. Konzentriere dich auf deine Innenwelt, darauf, dass es dir mit dir und in dir gut geht, dass dein Körper entspannt ist, die Atmung ruhig fließt. Erst wenn deine gesamte Aufmerksamkeit gut in dir verankert ist, wende dich dem zu, was sich um dich herum tut. Hast du Fragen wie „Was ist los mit mir? Was soll ich tun? Wo geht es weiter?“, wende dich deiner Innenwelt zu, zum Beispiel an die Vorstellung einer weisen Frau in deinem Herzfeld und hör gut zu, was sie dir antwortet..

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Ja, ich weiß, dass dir an diesen Zeilen wohl gar nichts neu vorkommt. Doch: Das ist vollkommen belanglos. Es zu wissen allein hat keinen Wert für dein Weitergehen. Wissen sitzt im Kopf. Um weiterzugehen, brauchst du dich ganz! Du brauchst MUT, dich ganz darauf einzulassen. Du brauchst VERTRAUEN, dass es (da) weitergeht. Um die HINGABE geht es, dich einem Zugang zum Leben hinzugeben, vor dem dich dein (konditionierter) Verstand warnt, den er dir als gefährlich und unsicher verkaufen will. Springen ist angesagt. Ohne Sicherheitsnetz. Dich hineinfallen lassen in das Unbekannte, nicht zu Kontrollierende, Unsichtbare – in dein Herz und somit in den Raum der kreativen und überraschenden Möglichkeiten. Und das alles, weil DU DICH LIEBST, weil du dir nichts Schöneres vorstellen kannst, als MIT DIR und IN DIR zu sein. Und weil du bereit bist, ALLES dafür zu geben.

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Ich kenn‘ das alles aus eigener Erfahrung sehr gut.  🙂 Bleib dran!Es lohnt sich!

Toi, toi, toi!

Maria

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